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Schule in der NS-Zeit

Unsere Arbeitsgruppe "Dialog der Generationen" organisiert in ihrem Projekt "Aus der Schule geplaudert" mit den Schülern oberer Klassen ein Zeitzeugen-Projekt zum o.g.Thema.


Unterstützt wird das Projekt von der Freiwilligenagentur. Die Patenschaft hat Dr. Mayrhofer von der Otto-von-Guericke-Universität übernommen.
In den derzeitigen Lehrplänen der Schulen wird die Nazizeit erstmalig in den 9./10. Klassen und für die Gymnasiasten nochmals in der 12. Klasse behandelt. SchülerInnen des Werner-von-Siemens-Gymnasiums haben sich mit ihrer Lehrerin, Studenten der Universität, Gerhard Potratz vom Schulmuseum, Edda Raschke aus der AG und sechs Zeitzeugen im historischen Schulkabinett des Hegelgymnasiums getroffen, um über eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte zu reden. Die SchülerInnen hatten sich gut vorbereitet, hatten in der "Theoriegruppe" viel gelesen und Fragen formuliert, während die "Praxisgruppe" schon die ersten Interviews geführt hatte. So konnten sie sich austauschen und die erarbeitete Literatur mit den Erlebnisberichten bei dieser Zwischenauswertung vergleichen.
Die Zeitzeugen berichteten über ihre damaligen Lehrer als stramme Sturmführer aber auch als loyale Pädagogen.  Franz Bittner erzählte noch einmal, wie die faschistische Propaganda die Kinder und Jugendlichen so manipuliert hatte, dass sie befürchteten, evtl.den Krieg zu versäumen. In der ehemaligen Bismarckschule (und sicher auch in anderen Schulen) wurde jeder über 16 Jahre zum Luftwaffenhelfer ausgebildet. Und sie wollten fast alle an die Front! Das schlimme Erwachen kam später, Fronteinsatz, seitenlange Todesnachrichten in der Zeitung, Gefangenschaft .....
Gerhard Potratz hatte viel authentisches Material aus seinem reichhaltigen Fundus des Schulmuseums mitgebracht. Wir sahen Original-Zeugnisse mit dem Fach Rassenkunde (statt vorher Gartenbau) von 1934, Reichsarbeitsdienst - Pflichtausweise, Luftwaffenhelferzeugnis von1944, eine Reichskleiderkarte von 1940, Bezugsausweis für Speisekartoffeln für Urlauber, Reichsfleischkarte uvm. Es war eine schlimme Zeit.
Franz Bittner  wurde Maurer, Brigadier, Meister und hat überall in Magdeburg seine Visitenkarte hinterlassen.


Gerda Bednarz



geschrieben / geändert am : 21.06.2007